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Shiitake Rezepte — warum ich diesen Pilz für den unterschätztesten Speisepilz halte

Ich sage das jetzt einfach so: Der Shiitake ist der am meisten unterschätzte Pilz überhaupt. Die meisten Leute kennen ihn nur aus dem Asiashop, getrocknet in einem Plastikbeutel, mit dem Duft von Socken. Das ist so, wie wenn man Champagner nur als Sprühgetränk an der Fasnacht kennenlernt — man verpasst das Wesentliche komplett.

Frischer Shiitake riecht anders. Schmeckt anders. Verhält sich in der Pfanne anders. Ich züchte Shiitake seit über fünf Jahren in meiner Anlage in der Nähe von Zürich, und ich bin noch immer fasziniert davon wie dieses Gewächs reagiert wenn es Hitze bekommt. Diese tiefen, würzigen Aromen die sich in der Pfanne entfalten — da bin ich mit meiner Frau einer Meinung: Shiitake gehört in jede ernsthafte Küche.

In diesem Artikel teile ich fünf Rezepte die ich selbst regelmässig koche. Keine Restaurantküche, keine komplizierte Technik. Ehrliches Essen, das zeigt was frischer Shiitake aus Schweizer Zucht wirklich kann.


Was macht Shiitake so besonders? Eine kurze Einführung

Shiitake (Lentinula edodes) stammt ursprünglich aus Ostasien, wo er seit über tausend Jahren sowohl als Speise- als auch als Heilpilz kultiviert wird. Der Name kommt aus dem Japanischen: Shii bezeichnet den Pasaniabaum auf dem er in der Natur wächst, Take bedeutet einfach Pilz.

Was ihn von anderen Speisepilzen unterscheidet ist sein Umami-Gehalt. Umami — der fünfte Grundgeschmack neben süss, sauer, salzig und bitter — entsteht durch Glutaminsäure und bestimmte Nukleotide. Shiitake ist eine der reichhaltigsten pflanzlichen Quellen für diese Verbindungen. Das erklärt warum eine Handvoll frischer Shiitake eine Sauce oder ein Risotto in eine ganz andere Tiefenebene hebt.

In meiner Anlage wachsen die Shiitake bei etwa 18 bis 22 Grad, mit einer Luftfeuchtigkeit von rund 85 Prozent in der Fruchtphase. Die Substrate bestehen hauptsächlich aus Eichenholzspänen — das hat Einfluss auf den Geschmack. Shiitake der auf Eiche gewachsen ist schmeckt intensiver, etwas rauchiger als jener auf anderen Hölzern. Das ist kein Marketing, das ist Chemie.

Nährwerte frischer Shiitake im Überblick:

Nährstoff Pro 100g frisch Pro 100g getrocknet
Kalorien 34 kcal 296 kcal
Eiweiss 2.2g 9.6g
Fett 0.5g 1.0g
Kohlenhydrate 6.8g 65g
Ballaststoffe 2.5g 11g
Vitamin D 0.4 µg 3.9 µg
Vitamin B2 0.2mg 1.3mg

Besonders die Ballaststoffe sind erwähnenswert: Shiitake enthält Beta-Glucane — lösliche Ballaststoffe denen in Laborstudien eine positive Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben wird. Ich sage das vorsichtig, weil ich kein Arzt bin. Aber als jemand der täglich mit diesen Pilzen arbeitet, esse ich sie regelmässig — auch wegen des Gefühls dass sie mir guttun.


Frischen Shiitake kaufen in der Schweiz — kurz erklärt

Bevor wir zu den Rezepten kommen: Frischer Shiitake ist in der Schweiz nicht überall erhältlich. Im Coop oder der Migros findest du ihn gelegentlich, aber die Qualität schwankt stark. Was ich im Regal sehe, ist oft schon drei oder vier Tage alt wenn es ankommt — zu alt für wirklich gutes Kochen.

Bei der Edelpilzmanufaktur.ch ernte ich morgens und versende am gleichen Tag. Schweizweit, gekühlt. Das macht einen Unterschied den du im Rezept schmeckst.

Frischen Shiitake erkennst du an:

  • Fester, trockener Oberfläche ohne Schleimfilm
  • Braun-beiger bis dunkelbrauner Farbe, gleichmässig
  • Einem angenehmen, leicht rauchig-würzigen Geruch
  • Hüten die noch leicht nach innen gewölbt sind — zu alt wird er flach

Rezept 1: Shiitake-Butter-Pasta mit Parmesan

Das ist mein absolutes Lieblingsrezept wenn ich nach einem langen Tag in der Anlage noch kochen will. Zwanzig Minuten, fünf Zutaten, hundert Prozent Geschmack. Meine Frau nennt es das "Znüni-Vergessen-Essen" — weil man danach alles andere vergisst.

Zutaten für 2 Personen:

  • 250g Pasta (Tagliatelle oder Pappardelle)
  • 200g frischer Shiitake
  • 60g Butter
  • 80g Parmesan, frisch gerieben
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • Optional: frische Petersilie

Zubereitung:

Pasta nach Packungsanweisung kochen, aber eine Tasse Pastawasser vor dem Abgiessen aufheben — das ist wichtig.

Shiitake in Scheiben schneiden, nicht zu dünn. Ich schneide sie meist 5 Millimeter dick — so behalten sie Biss.

Butter in einer grossen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen bis sie leicht nussig riecht. Knoblauch dazugeben, kurz anschwitzen. Dann Shiitake rein. Jetzt kommt der Trick: nicht rühren. Zwei bis drei Minuten Ruhe lassen bis eine goldbraune Kruste entsteht. Dann wenden, nochmals zwei Minuten.

Pasta dazugeben, einen Schuss Pastawasser zugeben und alles cremig zusammenrühren. Parmesan drüber, nochmals mischen. Pfeffer, salzen, fertig.

"Das erste Mal als ich dieses Rezept gekocht habe, war ich skeptisch ob Pasta und Shiitake zusammenpassen. Heute koche ich es mindestens zweimal pro Woche." — Sandra K., Privatkundin, Zürich

Tipp: Je mehr Geduld du beim Anbraten hast, desto besser wird das Ergebnis. Shiitake der zu schnell gebraten wird gibt Wasser ab und schmort statt zu braten.


Rezept 2: Cremiges Shiitake-Risotto aus dem Tessin

Vor ein paar Jahren war ich im Tessin und habe in einem kleinen Restaurant ein Pilzrisotto gegessen das mich nicht mehr losgelassen hat. Ich habe die Kellnerin gefragt was ihr Geheimnis ist. "Geduld und guter Pilz" hat sie gesagt — auf Italienisch, gäll, aber ich habe es verstanden.

Seitdem mache ich mein Risotto so.

Zutaten für 4 Personen:

  • 320g Risottoreis (Arborio oder Carnaroli)
  • 300g frischer Shiitake
  • 1 Schalotte, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen
  • 150ml Weisswein (trocken)
  • 1.2 Liter heisse Gemüsebrühe
  • 60g Parmesan
  • 50g Butter
  • 3 EL Olivenöl
  • Frischer Thymian
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Shiitake in grobe Stücke zupfen, nicht schneiden. Das gibt eine rustikalere Textur die ich beim Risotto bevorzuge.

Olivenöl in einem breiten Topf erhitzen. Shiitake darin scharf anbraten bis braun, dann herausnehmen und beiseitestellen. Im gleichen Topf Butter schmelzen, Schalotte und Knoblauch glasig dünsten.

Reis zugeben, zwei Minuten unter Rühren anrösten bis er leicht glasig wird. Mit Weisswein ablöschen und vollständig einkochen lassen — dieser Schritt gibt dem Risotto eine Tiefe die ohne Wein fehlt.

Jetzt schöpfkellenweise heisse Brühe zugeben, immer wenn die vorherige Menge absorbiert ist. Das dauert 18 bis 20 Minuten. Kein Abkürzen. Ich weiss, das ist langweilig — aber genau da passiert die Magie.

Kurz vor Ende den gebratenen Shiitake unterrühren. Parmesan und restliche Butter einarbeiten bis das Risotto cremig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, frischen Thymian darüber.

Warum Shiitake aus Schweizer Zucht hier besonders gut passt: Die feste Textur von frisch geerntetem Shiitake hält den langen Garvorgang aus ohne matschig zu werden. Getrockneter oder alter Shiitake fällt dagegen auseinander.


Rezept 3: Asiatische Shiitake-Suppe mit Miso

Das ist das Rezept das ich mache wenn jemand krank ist. Oder wenn das Wetter grau ist. Oder wenn ich einfach etwas brauche das warm und ehrlich schmeckt. Miso und Shiitake sind füreinander gemacht — beide sind Umami-Bomben und zusammen entsteht eine Tiefe die schwer zu erklären ist.

Zutaten für 2 Personen:

  • 150g frischer Shiitake
  • 1.2 Liter Wasser oder helle Gemüsebrühe
  • 3 EL helle Miso-Paste
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 TL Sesamöl
  • 2cm frischer Ingwer, gerieben
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 100g Tofu (fest), in Würfel geschnitten
  • Optional: Ramen-Nudeln oder Udon

Zubereitung:

Shiitake in Scheiben schneiden. Wasser oder Brühe in einem Topf erhitzen — nicht kochen lassen, nur simmern. Shiitake, Ingwer und Tofu zugeben, 10 Minuten bei niedriger Hitze ziehen lassen.

Miso-Paste separat in etwas heisser Suppe auflösen — nie direkt in den Topf geben, Miso sollte nicht kochen sonst verliert es seine Aromen und die probiotischen Kulturen.

Aufgelöstes Miso in die Suppe rühren, Sojasauce zugeben. Mit Sesamöl beträufeln, Frühlingszwiebeln drüber.

Wenn du Nudeln magst: separat kochen und in die Schüssel geben, dann Suppe drüberschöpfen.

Diese Suppe hält sich im Kühlschrank zwei Tage — aber ehrlich gesagt ist sie noch nie länger als einen Tag überlebt bei uns.


Rezept 4: Gebratener Shiitake auf Polenta

Das hier ist ein Gericht das ich vor ein paar Jahren für einen Küchenchef aus Zürich gekocht habe — er wollte wissen wie ich meine eigenen Pilze am liebsten esse, ganz ohne Schnickschnack. Das Ergebnis war so einfach dass er fast enttäuscht war. Dann hat er es probiert.

Zutaten für 2 Personen:

  • 250g frischer Shiitake
  • 200g Polentagriess
  • 800ml Wasser
  • 30g Butter
  • 50g Parmesan
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • Frischer Rosmarin
  • Fleur de Sel, Pfeffer

Zubereitung:

Polenta zuerst: Wasser salzen und zum Kochen bringen. Polentagriess unter Rühren einrieseln lassen, Hitze reduzieren. 20 bis 25 Minuten unter gelegentlichem Rühren kochen bis die Polenta cremig ist. Butter und Parmesan einarbeiten.

Shiitake in der Zwischenzeit vorbereiten: Die grossen Hüte halbieren, kleine ganz lassen. In einer heissen Pfanne mit Olivenöl scharf anbraten — auch hier gilt: nicht bewegen, Kruste bilden lassen. Knoblauch und Rosmarin nach zwei Minuten zugeben.

Polenta auf den Teller, Shiitake drüber, mit Fleur de Sel abschliessen.

Das ist eines dieser Gerichte bei dem weniger eindeutig mehr ist. Der Shiitake muss gut sein — dann braucht es nichts weiter.


Rezept 5: Shiitake-Tarte für Gäste

Dieses Rezept ist mein "Wenn Gäste kommen"-Gericht. Es sieht aufwändiger aus als es ist, lässt sich gut vorbereiten und bringt jeden zum Schweigen der behauptet Pilze zu mögen aber eigentlich Champignons meint.

Zutaten für 6 Personen:

  • 1 Rolle Blätterteig (oder Mürbeteig)
  • 350g frischer Shiitake
  • 3 Eier
  • 200ml Rahm
  • 100g Gruyère, gerieben
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Butter
  • Frischer Thymian
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Teig in eine Tarteform legen, mit einer Gabel einstechen und 10 Minuten bei 180°C vorbacken.

Zwiebel und Knoblauch in Butter glasig dünsten. Shiitake in Scheiben dazugeben und anbraten bis das ausgetretene Wasser verdampft ist — das ist wichtig, sonst wird die Tarte feucht.

Eier mit Rahm verquirlen, Gruyère zugeben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat würzen. Shiitake-Mischung unterrühren.

Masse auf dem vorgebackenen Boden verteilen, Thymian drüber. Bei 180°C 30 bis 35 Minuten backen bis die Füllung gestockt und leicht goldbraun ist.

Lauwarm servieren. Mit einem einfachen Blattsalat ist das ein vollständiges Abendessen.

"Ich habe diese Tarte für ein Dinner mit acht Personen gemacht. Einer fragte mich ob ich Catering mache. Das Geheimnis war Philipps Shiitake." — Lea M., Zürich


Shiitake richtig lagern — damit das Rezept gelingt

Die besten Zutaten helfen nichts wenn der Pilz beim Kochen schon alt ist. Ich lege viel Wert darauf dass meine Kunden den Shiitake richtig aufbewahren.

Lagerung Haltbarkeit Hinweis
Kühlschrank, Papierbeutel 5–7 Tage Nie in Plastik
Kühlschrank, Zeitungspapier 4–6 Tage Klassische Methode
Eingefroren (blanchiert) 3 Monate Textur verändert sich leicht
Getrocknet 12 Monate Ideal für Suppen und Brühen

Shiitake verträgt etwas mehr Feuchtigkeit als Lion's Mane — trotzdem gilt: Papierbeutel statt Plastik, trocken, kühl. Und nicht waschen vor der Lagerung.


Shiitake in der Schweizer Gastronomie

Frischer Shiitake aus Schweizer Zucht ist in der gehobenen Gastronomie im Raum Zürich zunehmend gefragt. Was vor drei Jahren noch ein Nischenprodukt war, ist heute in den Küchen mehrerer Betriebe fester Bestandteil der Wochenkarte.

Was Küchenchefs besonders schätzen ist die Zuverlässigkeit — frischer Shiitake von der Edelpilzmanufaktur.ch kommt immer in gleichbleibender Qualität an. Keine Überraschungen. Das ist in der Profiküche das Wichtigste überhaupt.

Für Gastronomen die regelmässige Lieferungen in grösseren Mengen benötigen: Wir bieten Grossgebinde und individuelle Lieferrhythmen an. Einfach direkt anfragen.


Häufige Fragen zu Shiitake Rezepten

Muss ich Shiitake vor dem Kochen waschen?

Besser nicht — Shiitake nimmt Wasser auf wie ein Schwamm. Stattdessen mit einem feuchten Tuch oder einer Pilzbürste trocken reinigen. Wenn du ihn doch kurz abspülst, sofort trocken tupfen.

Kann ich Shiitake roh essen?

Technisch ja, aber ich empfehle es nicht. Roh schmeckt er wenig und enthält Lentinan, das bei manchen Menschen in grossen Mengen Magenprobleme verursachen kann. Erhitzen neutralisiert das.

Was ist der Unterschied zwischen frischem und getrocknetem Shiitake?

Frischer Shiitake hat eine zarte, feste Textur und ein frisches Aroma. Getrockneter ist intensiver im Geschmack, aber weicher in der Textur nach dem Einweichen. Für Suppen und Brühen kann getrockneter sogar besser sein — für Pfannengerichte und Pasta klar frisch.

Wie viel Shiitake brauche ich pro Person?

Als Hauptzutat: 150–200g. Als Beilage oder in Pasta: 80–100g reichen.

Kann ich Shiitake einfrieren?

Ja, nach kurzem Blanchieren. Die Textur verändert sich — er wird etwas weicher. Für Suppen und Saucen funktioniert das gut, für Gerichte wo Biss wichtig ist lieber frisch verwenden.

Woher bekomme ich frischen Shiitake in der Schweiz?

Im online Shop der Edelpilzmanufaktur.ch, schweizweit geliefert. Frisch geerntet, direkter Versand ohne Zwischenhändler.

Passt Shiitake zu Fleisch?

Sehr gut. Besonders zu Rind, Lamm und Schwein. Der Umami-Gehalt des Shiitake verstärkt den Fleischgeschmack — sie konkurrieren nicht, sie ergänzen sich.


Fazit: Shiitake verdient mehr Respekt

Ich züchte Pilze weil mich die Vielfalt fasziniert. Aber wenn ich ehrlich bin, greifen wir zu Hause am häufigsten zu Shiitake. Er ist verlässlich, vielseitig und hat diese unvergleichliche Tiefe die andere Pilze nicht haben.

Die fünf Rezepte in diesem Artikel sind meine persönlichen Favoriten — keine Showküche, kein Instagram-Food. Einfaches, ehrliches Kochen mit einem Pilz der das verdient.

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Edelpilzmanufaktur.ch — Seltene Edelpilze aus der Schweiz, handverlesen vom Meisterzüchter Philipp Rosser.